Also erst mal vorab: Das Kirchenjahr, und somit das Jahr des Ministranten, beginnt nicht am 1. Januar, auch nicht am Ostersonntag, wie bestimmt viele meinen, ab da werden die Sonntage im Jahreskreis gezählt, Ostern ist der 1. Sonntag im Jahreskreis, Palmsonntag der Letzte. Nein, das Kirchenjahr beginnt am 1. Adventssonntag.

Die Adventszeit ist für einen Ministranten eigentlich keine besondere Zeit, okay, der Adventskranz in der Kirche und die violette Farbe der Röcke und Krägen, aber ministriertechnisch ist nichts anders. Aber jeden Freitag im Advent trifft sich die Pfarrjugend zu Frühschichten im Pfarrheim. Wir treffen uns um 6.00!! Uhr morgens, singen und beten. Wir haben aber auch eine Sinneinheit, wo wir uns Problemen der Gesellschaft widmen und versuchen, für uns persönlich eine akzeptable Lösung zu finden. Frühstück gibt es natürlich auch. Danach gehen wir gemeinsam zum Bus.

Das Weihnachtsfest ist mit den vier Gottesdiensten an sich ganz schön stressig. Am heiligen Abend ist abends zwischen 9 und 10 Uhr die Christmette. Am ersten Weihnachtsfeiertag ist früh um 10.00 Uhr und um 15.00 Gottesdienst. Am zweiten Feiertag ist früh um halb neun Kirche.

Aber am 28. Dezember ist unsere Weihnachtsfeier. Wir basteln Schmuck für unseren Christbaum, machen Spiele und sehen uns gemeinsam einen Film an.

Am Silvesterabend ist der Jahresabschlußgottesdienst und am Neujahrsmorgen früh um 10 der Jahresanfangsgottesdienst, meistens sieht man dort größtenteils müde Gesichter, ist ja auch kein Wunder, nach der Nacht, wir sind ja auch nur Menschen.

Ab dem 4. Januar gehen wir, verkleidet als die drei Weisen aus dem Morgenland, von Haus zu Haus und sammeln Geld für die Mission und Süßigkeiten für uns. Es ist schon eine wahre Tortur, mitten im Winter, zwei volle Tage, fast nur im Freien zu sein. Aber zum Glück werden wir auch manchmal eingeladen, um uns aufzuwärmen und außerdem gibt es ja am Dreikönigstag nach der Kirche im Jugendheim für alle Sternsinger etwas zu Essen.

Bis Ostern passiert eigentlich nichts Großartiges, dann wird aber voll zugeschlagen. In der Karwoche trifft sich die Pfarrjugend am Montag-, Dienstag- und Mittwochabend, um ähnlich wie bei den Frühschichten miteinander zu sein. Da wir während der Osteraktion mehr Zeit haben, ist es selbstverständlich, daß da auch mehr gemacht wird. Wir greifen uns heuer drei Heilige heraus und beleuchten jeden Abend das Lebens je eines genauer. Am Gründonnerstag treffen wir uns nach dem Gottesdienst zur Agapefeier, um das Abendmahl Jesu zu feiern. Wir achten bei der Auswahl der Speisen auch auf die Bräuche und Eßgewohnheiten der Heiligen der vergangenen Woche. Am Karfreitag wird früh um halb sechs!!! gerappelt. (eine Rappel ist eine Art Spieluhr aus Holz, mit einer Kurbel) Ebenso um halb neun zum Kinderkreuzweg, um halb zehn zum Erwachsenenkreuzweg, um halb elf und halb zwölf, also richtige Sklavenarbeit. Aber wir sind noch lange nicht fertig. Um halb drei wird zu Karfreitagsliturgie gerappelt, an der wir natürlich auch mitwirken. Abends um halb sechs wird das letzte Mal für heute gerappelt. Danach werden aber noch die Gebiete verteilt, wo jeder sammeln muß. Wir sammeln nämlich Eier, Süßigkeiten und Geld. Die Eier und Süßigkeiten teilen wir unter uns auf, das Geld wandert in die Ministrantenkasse. Am Karsamstag wird um halb sechs, um halb elf und um halb zwölf gerappelt. Nachmittags wird gesammelt und abends um halb sechs wird noch einmal gerappelt. Um zehn Uhr treffen wir uns, und feiern die liturgische Nacht. Wir beenden unsere drei Heiligen, malen Ostereier für den Osterstrauch in der Kirche an, laufen durch Wald und Flur und bereiten die szenische Umsetzung eines Liedes vor, das wir im Gottesdienst vorspielen. Um vier Uhr wird das letzte Mal gerappelt, danach ist Gottesdienst. Hernach treffen wir uns beim Osterfrühstück im Pfarrheim.

Anfang Mai sind die Bittprozessionen in die umliegenden Gemeinden, oder wir empfangen andere Gemeinden. Nach dem Gottesdienst gibt es eine Mahlzeit. Danach unterhalten wir uns meist mit den Ministranten aus den anderen Gemeindeteilen.

In der zweite Woche der Pfingstferien fahren wir für fünf Tage in eine Jugendherberge auf unser Ministrantenwochenende. Wir machen Spiele, beschäftigen uns intensiver mit einem Thema, wie vor zwei Jahren mit Krieg und Frieden. Wir besuchten eine Bundeswehrkaserne und luden Vertreter von Greenpeace ein. Letztes Jahr war das Thema Let’s entdeck und wir erkundeten Würzburg. Natürlich bleibt daneben noch genügend Raum zum Singen, Spielen und Quatschen.

Am ersten Freitag in den Sommerferien findet unsere Radtour statt. Wir radeln etwa zu dreißigst ungefähr zwanzig Kilometer durch Mainfranken auf eine große Wiese und machen Spiele.

In den Allerheiligenferien haben wir unseren Spielenachmittag in der Schulturnhalle. Ein ganzer Nachmittag mit Spielen, in denen die ganze Gruppe mitmacht, wie Völkerball und ähnliches.

Natürlich gibt es bei uns auch Gruppenstunden. Einmal in der Woche treffen sich jeweils die Minis gleichen Alters und spielen oder kochen gemeinsam. Ein- bis zweimal im Jahr unternimmt jede Gruppenstunde auch größere Aktivitäten, wie Kino, Wandern, Kegeln oder ähnliches.

Wir hoffen Euch hiermit zu zeigen, daß Ministrieren in Hambach mehr ist, als in der Kirche zu dienen. Wir sind eine ganz normale Jugendgruppe, die zudem den Vorteil hat, daß nicht nach Alter getrennt wird, wie etwa im Sportverein oder in der Schule. Es ist die beste Möglichkeit, auch einmal mit Jugendlichen anderen Alters zusammenkommen.